Kategorie: Essen
28.07.2026
Spoiler: Die 13 ist nicht das Problem. Die 12 sind das Problem. Aber der Reihe nach.
Das berühmteste Dinner-Drama der Weltgeschichte:
• 13 Leute sitzen am Tisch. Klingt nach einer soliden Dinner-Party.
• Einer davon ist Jesus. Die anderen zwölf sind seine Jungs.
• Einer von den zwölf - Judas - denkt sich: "Weißt du was? Ich verkauf den Chef für 30 Silberlinge."
• Plot-Twist: Der Chef steht drei Tage später wieder auf.
• Fazit: Judas machte den schlechtesten Insider-Trade aller Zeiten. 30 Silberlinge und dafür ewige Verdammnis. Hat bei GameStop auch besser funktioniert.
Aber warte - warum ist dann die 13 schuld?
• Logik-Fehler Level 9000: Da waren 13 Leute, also ist die 13 das Problem.
• Nach der Logik müssten wir auch alle Tische mit vier Beinen hassen, weil an einem mal einer umgekippt ist.
• Die biblische Mathematik sagt übrigens: Es waren 13 Personen beim Abendmahl. Einer war der Verräter. Quote: 1 von 13 = 7,7%. Nicht schlecht für ne Kleingruppe.
• In jedem durchschnittlichen Startup sitzen mehr Verräter. Vertrieb allein ist schon 30%.
Dornröschen und die 13. Fee - der erste Party-Fauxpas:
• Der König hat 12 goldene Teller. 13 Feen im Land. Einer sagt er nicht Bescheid.
• Die nicht-eingeladene Fee kommt trotzdem - absolute Alpha-Move übrigens - und verflucht das Baby.
• Lesson learned: Wenn du 13 Leute kennst, kauf 13 Teller. Oder lade nur 11 ein. Aber nicht 12. Das ist einfach schlechte Eventplanung.
Freitag der 13. - wenn der Kalender auch noch mitmacht:
• Freitag: Adam und Eva essen den Apfel (Freitag), Jesus wird gekreuzigt (Freitag).
• 13: Judas, der 13. Teller, die 13. Fee.
• Freitag + 13 = doppeltes Unglück, sagt der Aberglaube.
• Wissenschaft sagt: Es passieren an Freitag dem 13. weniger Unfälle als an anderen Tagen. Weil die Leute vorsichtiger sind. Aberglaube als Sicherheitsfeature. Genial eigentlich.
Templer-Freitag - als es wirklich mal knallte:
• Freitag, 13. Oktober 1307: Frankreichs König lässt hunderte Tempelritter verhaften.
• Die Typen hatten Geld, Macht und mysteriöse Rituale. Perfektes Ziel.
• Das war tatsächlich ein schlechter Freitag der 13. Aber das war Philipp IV., nicht die Zahl. Zahlen verhaften keine Ritter.
Fazit mit Augenzwinkern:
Die 13 ist nicht das Problem - die Leute, die mit 12 Tellern planen und dann erwarten, dass Fee Nr. 13 das lustig findet, sind das Problem. Oder Leute, die denken, 30 Silberlinge wären 2026 ein gutes Jahresgehalt.
Wenn du das nächste Mal an einem 13. aufwachst: Freu dich. Statistisch passiert dir weniger als an anderen Tagen. Und wenn du 13 Gäste zum Essen einlädst - zähl die Teller. Dornröschen lässt grüßen.
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04.07.2026
Es gibt diesen Moment, in dem man eine alte Laptoptasche öffnet und einen Freund von früher wiedertrifft. In meinem Fall: ein Acer Aspire One D257, Baujahr 2011. Intel Atom N570, 1 GB RAM, 250 GB mechanische Festplatte. Ein Gerät, das Windows 7 Starter kaum ertrug und bei Windows 10 vermutlich spontan Feuer gefangen hätte. Der Akku? Ein Ausdauersportler im Endstadium. Die Festplatte? Ein müder Kreischer, der bei jedem Lesezugriff klang wie eine Kaffeemühle im Trockenlauf.
Normalerweise wandern solche Geräte in die Schublade. Oder auf eBay Kleinanzeigen für 25 € VB. Oder – und das ist die deutlich interessantere Option – sie kriegen Linux. Genauer: antiX. Noch genauer: antiX, installiert komplett per Handy, denn das Wetter auf dem Balkon war einfach zu schön.
Der Plan: Alles per Smartphone. Kein PC, kein Laptop, kein „Kannste mal kurz dein Windows rüberwerfen?" – nur ein Android-Handy, ein OTG-Adapter und ein 8-GB-USB-Stick. Der erste Gedanke: Geht das überhaupt? Der zweite Gedanke: Wenn das schiefgeht, hat's wenigstens keiner gesehen.
Die Lösung heißt Ventoy – ein Tool, das USB-Sticks zu Multi-Boot-Zauberstäben macht. Normalerweise läuft das am Desktop. Aber ich finde im F-Droid-Store eine Open-Source-App namens Ventoid, die genau das vom Handy aus kann. Also: Stick per OTG ans Handy, Ventoid drauf, antiX-ISO rüberkopieren, fertig. Kein Brennen, kein Image-Flashen mit seltsamen dd-Befehlen, kein „Oh Mist, der Stick ist jetzt exFAT statt FAT32". Einfach Datei draufwerfen. Als hätte jemand verstanden, dass das Jahr 2026 ist.
Der Netbook-Boot lief dann auch erstaunlich problemlos: F12 beim Start, USB HDD auswählen (der D257 zeigt Sticks gerne als „HDD" an – keine Ahnung warum, vermutlich Reststolz von 2011), Ventoy-Menü erscheint, antiX auswählen, los. Und antiX? Läuft. Auf 1 GB RAM. IceWM schnurrt mit 150 MB idle. Das System fühlt sich nicht an wie ein Gnadenakt der Technikgeschichte – es fühlt sich an wie ein frisch installierter, moderner Linux-Desktop. Auf Hardware, die älter ist als manche TikTok-Influencer.
Das Update-Feuerwerk: apt upgrade auf einem Atom. Zugegeben, bei „sudo apt update && sudo apt upgrade" habe ich kurz die Luft angehalten. 1 GB RAM, 250-Pakete-Update, der Atom N570, der dabei wahrscheinlich innerlich „Bitte nicht" flüstert. Aber: Es lief durch. Alles heil geblieben. Der initramfs-Neubau dauerte gefühlte zwei Geschäftsquartale, aber das war der einzige Nervenkitzel. Danach: System aktuell, Kernel frisch, alles sauber. Die Kiste macht, was sie soll – und zwar ohne zu murren.
Die Einkaufsliste: Drei Klicks, dreimal günstig. Während das Netbook noch die letzten Updates verdaut, mache ich mich auf Amazon auf die Jagd nach Ersatzteilen. Nicht, weil das Gerät sie unbedingt bräuchte – es läuft ja schon –, sondern weil man einem Oldtimer auch kein 30 Jahre altes Motoröl gönnt.
• RAM-Upgrade: 2 GB DDR3 SO-DIMM, 204-pin, PC3-10600, 1333 MHz. Der D257 hat genau einen freien Slot, maximal gehen 2 GB. Kosten: 7 €. Von 1 auf 2 GB mag nach wenig klingen – aber es ist eine Verdopplung. Der Unterschied zwischen „Browser startet" und „Browser + Texteditor + Terminal gleichzeitig".
• SSD: Die alte 250-GB-HDD ist der Flaschenhals Nummer eins. Jede 2.5-Zoll-SATA-SSD passt – der D257 hat zwar nur SATA-II, aber selbst die langsamste SSD ist um den Faktor 30 schneller als eine 5400er-Laptop-Platte von 2011. Integral V Series 2, 120 GB, 10 €. Die Kiste bootet damit in unter 15 Sekunden. Vorher waren es anderthalb Minuten und ein leises Rasseln.
• Akku: Der Originalakku hält noch zwanzig Minuten, wenn man nett zu ihm ist. Ersatztyp AL10A31, 6 Zellen, 5200 mAh, 11.1V, kompatibel mit D255/D257/D260/D270. ARyee oder vhbw, etwa 22 €. Nach Einbau: vier bis fünf Stunden Laufzeit unter antiX. Kein Witz. Das ist mehr als so manches aktuelle Notebook in dieser Preisklasse.
Gesamtrechnung: 39 €. Zwei Bier und eine Pizza in Berlin. Dafür ein voll funktionsfähiges Linux-Netbook mit SSD, 2 GB RAM und brauchbarem Akku.
Das Fazit: Alt heißt nicht tot. Klar, der Atom N570 wird keine Renderfarm und YouTube in 1080p ist eher eine Diashow mit Ton. Aber als Schreibmaschine, Terminal, SSH-Client, leichter Browser (Pale Moon sei Dank) und vor allem als Projekt, das einfach Spaß macht – dafür reicht es dicke. Und das Beste: Ich musste nicht einmal den Schreibtisch wechseln. Alles vom Handy aus. Ventoy auf dem Android-Gerät, antiX-ISO drauf, Stick ins Netbook, installieren, fertig.
Manchmal braucht Technik keinen Neukauf. Manchmal braucht sie nur jemanden, der sich die 25 Minuten Zeit nimmt, sie wiederzubeleben. Und wenn dann der Boot-Sound von antiX aus den kruden Netbook-Lautsprechern plärrt – ein Gerät, das 2011 schon niemand für klangvoll hielt – dann ist das kein Mitleid. Dann ist das Triumph.
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24.06.2026
Stellen Sie sich folgendes vor: Sie sind Maschinenhersteller. So richtig stolz auf Ihr Baby. Jahre der Entwicklung, unzählige Prototypen, drei Überstunden-Winter – und dann, endlich, steht sie da: Die DOG1. Erste Maschine, erster Typ, erster Name. Logisch, oder? DOG1. Die 1 steht für „die Erste", für den Anfang, für den Durchbruch. Was soll da schon schiefgehen?
Nun, alles.
2012 kauft ein Kunde die erste DOG1. Ein treuer Kunde, der seine Maschine liebt (soweit man eine Maschine lieben kann, die aus Stahl und Hydraulik besteht und gelegentlich proof-of-concept-artig zickt). 2017 kauft er die zweite DOG1. Gleicher Typ, gleiches Modell, nur eben die zweite Maschine im Haus. Und 2021 – Sie ahnen es – die dritte DOG1. Drei Maschinen, ein Typ, ein Name. Was macht der Kunde? Er nennt sie intern DOG1, DOG2 und DOG3. Natürlich tut er das. Was sonst? „Maschine 1", „Maschine 2", „Maschine 3" – das wäre ja zu einfach gewesen, da muss eine gewisse Systematik rein, eine gewisse... Offiziosität. DOG1 ist also nicht mehr der Typ, sondern die erste Maschine. DOG2 nicht mehr eine Option im Bestellkatalog, sondern die zweite Maschine. Und DOG3? Richtig, die dritte. (Sie merken, wohin das führt.)
Jetzt schreibt der Kunde eine E-Mail. Betreff: „DOG1 – Problem mit Hydraulik". Und Sie – der Hersteller – denken sich: Ah, eine DOG1, der Typ DOG1, klar, das kennen wir. Sie schauen in die Dokumentation, suchen nach bekannten Hydraulikproblemen beim Typ DOG1, finden zwei relevante Service-Bulletins und rufen den Kunden an. „Ja, das ist ein bekanntes Problem beim Typ DOG1, können wir per Fernwartung beheben. Welche der drei Maschinen ist es denn?" Stille am anderen Ende. Dann, leicht pikiert: „Ich habe doch geschrieben, DOG1. Die erste Maschine. Nicht den Typ." Ah. Äh. Ja. Moment mal.
Er hat „DOG1" geschrieben, Sie haben „DOG1" gelesen – aber er meint die erste Maschine, Sie meinen den Typ. Sie fragen nach. „Nee, habe ich doch gesagt, die erste." Hat er nicht. Er hat „DOG1" geschrieben. Und DOG1 ist der Typ. Aber DOG1 ist auch seine erste Maschine. Und während Sie da stehen (am Telefon, in der Werkshalle, in der Mittagspause, die allmählich kalt wird) und versuchen, die semantische Kollisionsmatrix im Kopf zu sortieren, dämmert Ihnen: Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Strukturproblem.
Aber es kommt besser. 2026 stellen Sie Ihren zweiten Maschinentyp vor. Schneller. Besser. Genauer. Die logische Fortentwicklung der DOG1. Und wie nennt man die logische Fortentwicklung der DOG1? Richtig: DOG2. Was sonst? DOG1 war die erste, DOG2 ist die zweite – Typ 2, Modell 2, die Evolution. Zumindest in Ihrer Nomenklatur. Beim Kunden hingegen heißt DOG2 bereits die zweite Maschine vom Typ DOG1. Die er 2017 gekauft hat. Und wenn er sich nun – was nahe liegt, denn er ist treuer Kunde und die neue DOG2 ist wirklich besser – eine Maschine vom Typ DOG2 kauft, dann ist das intern seine... vierte Maschine? Die er dann vermutlich DOG4 nennt? Aber DOG4 gibt es als Typ gar nicht? Oder doch, wenn 2028 der dritte Typ kommt? Der dann logischerweise DOG3 hieße? Außer der Kunde hat seine Maschinen bereits bis DOG3 durchnummeriert, womit DOG3 bereits belegt ist – von einer Maschine vom Typ DOG1, Baujahr 2021?
Mein Kopf tut weh.
Und genau da sitzt das Problem: Die Zahl im Maschinennamen ist ein semantisches Minenfeld. Für den Hersteller ist sie eine Typbezeichnung – Generation, Modellreihe, Produktlinie. Für den Kunden ist sie eine Zählnummer – erster Kauf, zweiter Kauf, dritter Kauf. Zwei völlig unterschiedliche Abstraktionsebenen, die sich denselben Namensraum teilen und sich gegenseitig die Bedeutung klauen. Das ist wie wenn Sie Ihre Kinder „Sohn" und „Tochter" nennen und dann herausfinden, dass Ihr Nachbar seine Hunde genauso genannt hat – die Verwirrung ist vorprogrammiert, und niemand ist glücklich.
Die Lösung? Geben Sie Ihren Maschinen Namen. Echte Namen. Bezeichner, die keine Zahlen enthalten. Hot Dog und Crazy Dog. Dog Prime und Dog Ultra. Mad Dog und Top Dog. Irgendwas, das eindeutig ein Typ ist und nicht mit einer internen Zählung kollidieren kann – und nebenbei beweist, dass Sie einen Sinn für Humor haben (was im Maschinenbau bekanntlich die Ausnahme bestätigt). Der Kunde wird seine Maschinen ohnehin durchnummerieren – das machen Kunden immer, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche –, und wenn Ihr Typname keine Zahl enthält, dann kann diese Nummerierung auch nicht mit dem Typnamen kollidieren. Probleme wie „DOG1 – Problem mit Hydraulik, welche meinen Sie?" gehören dann der Vergangenheit an.
Die Lektion, zusammengefasst: Zahlen in Produktnamen sind wie offene Türen in der Mittagspause – irgendwer kommt immer durch und bringt Unordnung rein. Der Kunde zählt, Sie typisieren, und dazwischen steht ein Service-Techniker, der nicht weiß, welche Maschine er eigentlich warten soll. Geben Sie Ihren Maschinen Namen. Nur Namen. Keine Zahlen. Ihr Kundenservice wird es Ihnen danken. Ihre Dokumentation wird es Ihnen danken. Und irgendwann, wenn Sie den dritten Maschinentyp vorstellen und nicht erklären müssen, warum DOG3 nicht die dritte Maschine des Kunden ist sondern der dritte Typ – da werden auch Sie sich bedanken.
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