Streunende Katzen in Spanien: Gesetzlich geschützte Samtpfoten
16.05.2026
Kategorie: Sonstiges
Wer schon einmal in Spanien Urlaub gemacht hat, kennt das Bild: Auf Plätzen, in Hafenvierteln und zwischen historischen Gemäuern streifen Katzen umher. Diese freilaufenden Katzenkolonien sind ein fester Bestandteil des spanischen Straßenlebens – und seit 2023 stehen sie unter besonderem gesetzlichem Schutz.
Das neue Tierschutzgesetz von 2023:
Mit dem Ley 7/2023 (Ley de Bienestar Animal) hat Spanien eines der strengsten Tierschutzgesetze Europas eingeführt. Seit dem 29. September 2023 gelten umfassende Regelungen, die auch die streunenden Katzen betreffen:
• Tötungsverbot: Das Einschläfern von Tieren aus Platzgründen oder finanziellen Problemen ist verboten – dies gilt auch für Straßenkatzen
• CER-Modell vorgeschrieben: Einfangen, Sterilisieren, Zurückbringen (spanisch: Captura, Esterilización, Retorno) ist nun gesetzliche Pflicht
• Chip-Pflicht: Jede Katze in einer Kolonie muss gechippt und auf die Gemeinde registriert werden
• Umsiedlungsverbot: Das Töten oder Umsiedeln von Kolonien ohne Genehmigung ist illegal
Hohe Strafen bei Verstößen:
Das Gesetz zeigt Zähne: Wer gegen die Tierschutzbestimmungen verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 200.000 Euro rechnen. Dies betrifft:
• Misshandlung von Katzen
• Störung von Futterstellen
• Illegale Umsiedlung von Kolonien
• Unerlaubtes Füttern durch Nicht-Betreuer
Gemeinden in der Pflicht:
Die lokalen Behörden (Ayuntamiento) tragen nun die Hauptverantwortung für das Katzenmanagement:
• 24-Stunden-Notdienst für verletzte oder kranke Tiere
• Finanzierung der Sterilisationsprogramme
• Kartierung und Zählung aller Kolonien im Gemeindegebiet
• Ausbildung von Betreuern: Nur registrierte, geschulte Bürger dürfen Kolonien versorgen
• Zusammenarbeit mit anerkannten Tierschutzorganisationen
Regeln für Bürger und Touristen:
Auch wer den Samtpfoten gut gesonnen ist, muss sich an Regeln halten:
• Keine Essensreste bei Kolonien hinterlassen
• Katzen nicht stören oder verscheuchen
• Keine freilaufenden Hunde in der Nähe von Kolonien
• Fütterung nur durch Betreuer zu festgelegten Zeiten mit geeignetem Futter
Warum so viele Katzen?
Die hohe Katzenpopulation in Spanien hat historische Gründe: Das milde Klima ermöglicht ganzjährige Fortpflanzung, und traditionell wurden Katzen als natürliche Schädlingsbekämpfer toleriert. Ohne systematische Kastrationsprogramme vermehrten sich die Populationen unkontrolliert – ein Problem, das das neue Gesetz nun angehen soll.
TNR als Lösung:
Das Trap-Neuter-Return-Programm (TNR) gilt als humane und effektive Methode zur Populationskontrolle:
• Einfangen: Katzen werden mit Lebendfallen gefangen
• Kastrieren: Tierärztliche Sterilisation und Chipimplantation
• Zurückbringen: Rückkehr in ihr gewohntes Revier
• Langfristig: Die Kolonie stabilisiert sich ohne weitere Vermehrung
Kritik am Gesetz:
Trotz der Fortschritte gibt es Kritik: Jagdhunde sind vom Schutz ausgenommen, was Tierschützer als inkonsequent betrachten. Auch fehlen teilweise noch Durchführungsbestimmungen, etwa für die vorgesehenen Kurse für Hundebesitzer.
Fazit:
Spaniens neue Gesetzgebung macht deutlich: Katzenkolonien sind keine Plage, sondern eine gemeinsame Verantwortung von Staat und Gesellschaft. Für Urlauber bedeutet das: Die schnurrenden Bewohner von Altstädten und Strandpromenaden genießen nun offiziellen Schutz – und wer ihnen etwas Gutes tun will, sollte dies den ausgebildeten Betreuern überlassen.
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Das neue Tierschutzgesetz von 2023:
Mit dem Ley 7/2023 (Ley de Bienestar Animal) hat Spanien eines der strengsten Tierschutzgesetze Europas eingeführt. Seit dem 29. September 2023 gelten umfassende Regelungen, die auch die streunenden Katzen betreffen:
• Tötungsverbot: Das Einschläfern von Tieren aus Platzgründen oder finanziellen Problemen ist verboten – dies gilt auch für Straßenkatzen
• CER-Modell vorgeschrieben: Einfangen, Sterilisieren, Zurückbringen (spanisch: Captura, Esterilización, Retorno) ist nun gesetzliche Pflicht
• Chip-Pflicht: Jede Katze in einer Kolonie muss gechippt und auf die Gemeinde registriert werden
• Umsiedlungsverbot: Das Töten oder Umsiedeln von Kolonien ohne Genehmigung ist illegal
Hohe Strafen bei Verstößen:
Das Gesetz zeigt Zähne: Wer gegen die Tierschutzbestimmungen verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 200.000 Euro rechnen. Dies betrifft:
• Misshandlung von Katzen
• Störung von Futterstellen
• Illegale Umsiedlung von Kolonien
• Unerlaubtes Füttern durch Nicht-Betreuer
Gemeinden in der Pflicht:
Die lokalen Behörden (Ayuntamiento) tragen nun die Hauptverantwortung für das Katzenmanagement:
• 24-Stunden-Notdienst für verletzte oder kranke Tiere
• Finanzierung der Sterilisationsprogramme
• Kartierung und Zählung aller Kolonien im Gemeindegebiet
• Ausbildung von Betreuern: Nur registrierte, geschulte Bürger dürfen Kolonien versorgen
• Zusammenarbeit mit anerkannten Tierschutzorganisationen
Regeln für Bürger und Touristen:
Auch wer den Samtpfoten gut gesonnen ist, muss sich an Regeln halten:
• Keine Essensreste bei Kolonien hinterlassen
• Katzen nicht stören oder verscheuchen
• Keine freilaufenden Hunde in der Nähe von Kolonien
• Fütterung nur durch Betreuer zu festgelegten Zeiten mit geeignetem Futter
Warum so viele Katzen?
Die hohe Katzenpopulation in Spanien hat historische Gründe: Das milde Klima ermöglicht ganzjährige Fortpflanzung, und traditionell wurden Katzen als natürliche Schädlingsbekämpfer toleriert. Ohne systematische Kastrationsprogramme vermehrten sich die Populationen unkontrolliert – ein Problem, das das neue Gesetz nun angehen soll.
TNR als Lösung:
Das Trap-Neuter-Return-Programm (TNR) gilt als humane und effektive Methode zur Populationskontrolle:
• Einfangen: Katzen werden mit Lebendfallen gefangen
• Kastrieren: Tierärztliche Sterilisation und Chipimplantation
• Zurückbringen: Rückkehr in ihr gewohntes Revier
• Langfristig: Die Kolonie stabilisiert sich ohne weitere Vermehrung
Kritik am Gesetz:
Trotz der Fortschritte gibt es Kritik: Jagdhunde sind vom Schutz ausgenommen, was Tierschützer als inkonsequent betrachten. Auch fehlen teilweise noch Durchführungsbestimmungen, etwa für die vorgesehenen Kurse für Hundebesitzer.
Fazit:
Spaniens neue Gesetzgebung macht deutlich: Katzenkolonien sind keine Plage, sondern eine gemeinsame Verantwortung von Staat und Gesellschaft. Für Urlauber bedeutet das: Die schnurrenden Bewohner von Altstädten und Strandpromenaden genießen nun offiziellen Schutz – und wer ihnen etwas Gutes tun will, sollte dies den ausgebildeten Betreuern überlassen.
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