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Streunende Katzen in Spanien: Gesetzlich geschützte Samtpfoten

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Wer schon einmal in Spanien Urlaub gemacht hat, kennt das Bild: Auf Plätzen, in Hafenvierteln und zwischen historischen Gemäuern streifen Katzen umher. Diese freilaufenden Katzenkolonien sind ein fester Bestandteil des spanischen Straßenlebens – und seit 2023 stehen sie unter besonderem gesetzlichem Schutz.

Das neue Tierschutzgesetz von 2023:

Mit dem Ley 7/2023 (Ley de Bienestar Animal) hat Spanien eines der strengsten Tierschutzgesetze Europas eingeführt. Seit dem 29. September 2023 gelten umfassende Regelungen, die auch die streunenden Katzen betreffen:

• Tötungsverbot: Das Einschläfern von Tieren aus Platzgründen oder finanziellen Problemen ist verboten – dies gilt auch für Straßenkatzen
• CER-Modell vorgeschrieben: Einfangen, Sterilisieren, Zurückbringen (spanisch: Captura, Esterilización, Retorno) ist nun gesetzliche Pflicht
• Chip-Pflicht: Jede Katze in einer Kolonie muss gechippt und auf die Gemeinde registriert werden
• Umsiedlungsverbot: Das Töten oder Umsiedeln von Kolonien ohne Genehmigung ist illegal

Hohe Strafen bei Verstößen:

Das Gesetz zeigt Zähne: Wer gegen die Tierschutzbestimmungen verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 200.000 Euro rechnen. Dies betrifft:

• Misshandlung von Katzen
• Störung von Futterstellen
• Illegale Umsiedlung von Kolonien
• Unerlaubtes Füttern durch Nicht-Betreuer

Gemeinden in der Pflicht:

Die lokalen Behörden (Ayuntamiento) tragen nun die Hauptverantwortung für das Katzenmanagement:

• 24-Stunden-Notdienst für verletzte oder kranke Tiere
• Finanzierung der Sterilisationsprogramme
• Kartierung und Zählung aller Kolonien im Gemeindegebiet
• Ausbildung von Betreuern: Nur registrierte, geschulte Bürger dürfen Kolonien versorgen
• Zusammenarbeit mit anerkannten Tierschutzorganisationen

Regeln für Bürger und Touristen:

Auch wer den Samtpfoten gut gesonnen ist, muss sich an Regeln halten:

• Keine Essensreste bei Kolonien hinterlassen
• Katzen nicht stören oder verscheuchen
• Keine freilaufenden Hunde in der Nähe von Kolonien
• Fütterung nur durch Betreuer zu festgelegten Zeiten mit geeignetem Futter

Warum so viele Katzen?

Die hohe Katzenpopulation in Spanien hat historische Gründe: Das milde Klima ermöglicht ganzjährige Fortpflanzung, und traditionell wurden Katzen als natürliche Schädlingsbekämpfer toleriert. Ohne systematische Kastrationsprogramme vermehrten sich die Populationen unkontrolliert – ein Problem, das das neue Gesetz nun angehen soll.

TNR als Lösung:

Das Trap-Neuter-Return-Programm (TNR) gilt als humane und effektive Methode zur Populationskontrolle:

• Einfangen: Katzen werden mit Lebendfallen gefangen
• Kastrieren: Tierärztliche Sterilisation und Chipimplantation
• Zurückbringen: Rückkehr in ihr gewohntes Revier
• Langfristig: Die Kolonie stabilisiert sich ohne weitere Vermehrung

Kritik am Gesetz:

Trotz der Fortschritte gibt es Kritik: Jagdhunde sind vom Schutz ausgenommen, was Tierschützer als inkonsequent betrachten. Auch fehlen teilweise noch Durchführungsbestimmungen, etwa für die vorgesehenen Kurse für Hundebesitzer.

Fazit:

Spaniens neue Gesetzgebung macht deutlich: Katzenkolonien sind keine Plage, sondern eine gemeinsame Verantwortung von Staat und Gesellschaft. Für Urlauber bedeutet das: Die schnurrenden Bewohner von Altstädten und Strandpromenaden genießen nun offiziellen Schutz – und wer ihnen etwas Gutes tun will, sollte dies den ausgebildeten Betreuern überlassen.

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