Der SchlĂźssel am Meer: Warum El Campellos Fischerdenkmal bald in neuem Glanz erstrahlt
18.05.2026
Kategorie: Spanien
Wer schon einmal am Strand von El Campello spazierte, dem ist sie sicher aufgefallen â diese seltsame, schlank aufragende Skulptur aus bunten Keramikfliesen, die auf den ersten Blick aussieht wie ein riesiger SchlĂźssel, der irgendwie ans Meer gespĂźlt wurde. Doch was wie ein zufälliges Strandgut wirkt, ist eines der markantesten Kunstwerke der ganzen Costa Blanca: das Monumento al Pescador, das Fischerdenkmal von El Campello.
Zwei Hälften, eine Botschaft
⢠Das Denkmal wurde 1990 nach einem Üffentlichen Wettbewerb errichtet
⢠Geschaffen vom Alicante-Bildhauer Arcadi Blasco (1928â2013), einem der bedeutendsten keramischen KĂźnstler der Region
⢠Es besteht aus zwei Teilen, die etwa 100 Meter voneinander entfernt stehen
⢠Der eine Teil â an Land, an der Calle San BartolomĂŠ â symbolisiert ein Boot (die Poppe), eingebettet in einen Springbrunnen
⢠Der andere Teil â direkt am Strand der Playa del Carrer la Mar â stellt einen Leuchtturm bzw. Mast dar (die Bugspitze)
⢠Beide Teile waren ursprßnglich durch einen roten Laserstrahl verbunden, der nachts ßber das Wasser tanzte
Zusammen ergeben sie ein einzigartiges Bild: ein gestrandetes Schiff, dessen Bug im Meer und dessen Heck an Land liegt â eine kraftvolle Hommage an die Fischer, die dieses KĂźstendorf Ăźber Generationen geprägt haben.
Vom Wasser an den Sand
Dass der Leuchtturm-Teil heute mitten auf dem Sand steht, war nicht immer so. UrsprĂźnglich erhob er sich im Meer, nur bei Ebbe erreichbar, umspĂźlt von den Wellen. Doch 2003 wurde die Playa del Carrer la Mar aufgeschĂźttet und verbreitert â und die Skulptur stand plĂśtzlich auf dem Land. Der KĂźnstler selbst kämpfte jahrelang dagegen: Arcadi Blasco reichte 2004 eine Klage ein, um sein Werk wieder ins Wasser zurĂźckzubringen. 2010 gab der Stadtrat nach und kĂźndigte die RĂźckfĂźhrung an. Doch es blieb beim Sand.
Was wie eine kleine Verschiebung klingt, veränderte das Wesen des Denkmals grundlegend. Statt aus den Wellen aufzutauchen, thront der Monolith nun auf dem Strand â und wirkt eben genau wie dieser rätselhafte, riesige SchlĂźssel, der plĂśtzlich da ist.
Ein Denkmal mit Geschichte
Die Keramikfliesen (Teselas), mit denen beide Teile verkleidet sind, sind typisch fĂźr Arcadi Blasco, der barro â Ton â zu seinem kĂźnstlerischen Material machte und eine unverkennbare Formsprache entwickelte. Das Monumento al Pescador ist eines von mehreren GroĂwerken, die er in der Provinz Alicante realisierte, darunter auch das Monumento a la ConstituciĂłn in Alicante und das Homenaje a la Dama de Elche.
Doch die Geschichte des Denkmals ist auch eine des Verfalls:
⢠Der Laser fiel schon kurz nach der Einweihung 1990 aus und wurde nie repariert
⢠2014 wurde der Strand-Monolith restauriert, doch das Boot an Land blieb vernachlässigt
⢠Der Springbrunnen, in dem die Boots-Skulptur steht, wurde 2022 wegen Lecks abgeschaltet
⢠Keramikteile lÜsten sich, Vandalismus hinterlieà Spuren, die Skulptur war zeitweise mit Bauzäunen umgeben
Aufbruchstimmung: 350.000 Euro fĂźr die Rettung
Jetzt gibt es endlich Grund zum Optimismus. Im Februar 2026 hat die Stadtverwaltung von El Campello den Auftrag zur Erstellung eines Restaurierungsprojekts vergeben â ein Meilenstein nach Jahrzehnten des Stillstands.
⢠350.000 Euro wurden im Investitionsplan reserviert
⢠Das IngenieurbĂźro IngenierĂa y Estudios MediterrĂĄneo hat zwei Monate Zeit fĂźr das Projekt
⢠Geplant ist eine komplette Sanierung: Abdichtung des Brunnenbeckens, Erneuerung der Teselas, Reparatur der Elektromechanik
⢠Sogar der Laserstrahl soll wiederhergestellt werden â fast 36 Jahre nach seinem Ausfall
⢠Vor den Arbeiten mßssen noch die Erben von Arcadi Blasco (Urheberrecht) und das Kßstenministerium (Costas) zustimmen
Warum sich ein Besuch jetzt lohnt
Auch in seinem jetzigen Zustand ist das Monumento al Pescador ein faszinierendes Erlebnis. Wenn man am Paseo del Carmen entlangflaniert, plĂśtzlich dieser leuchtende Keramik-Monolith aus dem Sand auftaucht â bunt, skurril, irgendwie fremd und doch ganz vom Ort. Man läuft darum herum, berĂźhrt die glasierten Fliesen, schaut aufs Meer und versteht plĂśtzlich: Das ist kein SchlĂźssel. Das ist ein Mann, der auf das Meer hinausschaut und wartet, dass die Fischer zurĂźckkommen.
Und wer genau hinsieht, erkennt die zweite Hälfte des Werks ein paar StraĂen weiter: das Boot, gestrandet zwischen Häusern und Springbrunnen, als wäre es gerade erst angelandet.
Praktische Infos
⢠Standort: Playa del Carrer la Mar, El Campello (Alicante)
⢠Erreichbarkeit: TRAM-Station El Campello (Linie 1 von Alicante), dann 5 Min. FuĂweg
⢠Kosten: Frei zugänglich, 24/7
⢠Kombitipp: Der archäologische Park Illeta und die Torre VigĂa sind nur wenige Gehminuten entfernt
Ein Denkmal, das aussieht wie ein SchlĂźssel, aber die TĂźr zu einer ganzen Geschichte aufschlieĂt: der jahrhundertelangen Verbindung zwischen El Campello und dem Meer. Und bald â mit 350.000 Euro und einem reparierten Laserstrahl â wird es diese Geschichte vielleicht wieder so erzählen, wie Arcadi Blasco sie sich 1990 erträumt hat: mit einem roten Licht, das nachts Ăźber die Wellen tanzt und Boot und Leuchtturm fĂźr immer verbindet.
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Zwei Hälften, eine Botschaft
⢠Das Denkmal wurde 1990 nach einem Üffentlichen Wettbewerb errichtet
⢠Geschaffen vom Alicante-Bildhauer Arcadi Blasco (1928â2013), einem der bedeutendsten keramischen KĂźnstler der Region
⢠Es besteht aus zwei Teilen, die etwa 100 Meter voneinander entfernt stehen
⢠Der eine Teil â an Land, an der Calle San BartolomĂŠ â symbolisiert ein Boot (die Poppe), eingebettet in einen Springbrunnen
⢠Der andere Teil â direkt am Strand der Playa del Carrer la Mar â stellt einen Leuchtturm bzw. Mast dar (die Bugspitze)
⢠Beide Teile waren ursprßnglich durch einen roten Laserstrahl verbunden, der nachts ßber das Wasser tanzte
Zusammen ergeben sie ein einzigartiges Bild: ein gestrandetes Schiff, dessen Bug im Meer und dessen Heck an Land liegt â eine kraftvolle Hommage an die Fischer, die dieses KĂźstendorf Ăźber Generationen geprägt haben.
Vom Wasser an den Sand
Dass der Leuchtturm-Teil heute mitten auf dem Sand steht, war nicht immer so. UrsprĂźnglich erhob er sich im Meer, nur bei Ebbe erreichbar, umspĂźlt von den Wellen. Doch 2003 wurde die Playa del Carrer la Mar aufgeschĂźttet und verbreitert â und die Skulptur stand plĂśtzlich auf dem Land. Der KĂźnstler selbst kämpfte jahrelang dagegen: Arcadi Blasco reichte 2004 eine Klage ein, um sein Werk wieder ins Wasser zurĂźckzubringen. 2010 gab der Stadtrat nach und kĂźndigte die RĂźckfĂźhrung an. Doch es blieb beim Sand.
Was wie eine kleine Verschiebung klingt, veränderte das Wesen des Denkmals grundlegend. Statt aus den Wellen aufzutauchen, thront der Monolith nun auf dem Strand â und wirkt eben genau wie dieser rätselhafte, riesige SchlĂźssel, der plĂśtzlich da ist.
Ein Denkmal mit Geschichte
Die Keramikfliesen (Teselas), mit denen beide Teile verkleidet sind, sind typisch fĂźr Arcadi Blasco, der barro â Ton â zu seinem kĂźnstlerischen Material machte und eine unverkennbare Formsprache entwickelte. Das Monumento al Pescador ist eines von mehreren GroĂwerken, die er in der Provinz Alicante realisierte, darunter auch das Monumento a la ConstituciĂłn in Alicante und das Homenaje a la Dama de Elche.
Doch die Geschichte des Denkmals ist auch eine des Verfalls:
⢠Der Laser fiel schon kurz nach der Einweihung 1990 aus und wurde nie repariert
⢠2014 wurde der Strand-Monolith restauriert, doch das Boot an Land blieb vernachlässigt
⢠Der Springbrunnen, in dem die Boots-Skulptur steht, wurde 2022 wegen Lecks abgeschaltet
⢠Keramikteile lÜsten sich, Vandalismus hinterlieà Spuren, die Skulptur war zeitweise mit Bauzäunen umgeben
Aufbruchstimmung: 350.000 Euro fĂźr die Rettung
Jetzt gibt es endlich Grund zum Optimismus. Im Februar 2026 hat die Stadtverwaltung von El Campello den Auftrag zur Erstellung eines Restaurierungsprojekts vergeben â ein Meilenstein nach Jahrzehnten des Stillstands.
⢠350.000 Euro wurden im Investitionsplan reserviert
⢠Das IngenieurbĂźro IngenierĂa y Estudios MediterrĂĄneo hat zwei Monate Zeit fĂźr das Projekt
⢠Geplant ist eine komplette Sanierung: Abdichtung des Brunnenbeckens, Erneuerung der Teselas, Reparatur der Elektromechanik
⢠Sogar der Laserstrahl soll wiederhergestellt werden â fast 36 Jahre nach seinem Ausfall
⢠Vor den Arbeiten mßssen noch die Erben von Arcadi Blasco (Urheberrecht) und das Kßstenministerium (Costas) zustimmen
Warum sich ein Besuch jetzt lohnt
Auch in seinem jetzigen Zustand ist das Monumento al Pescador ein faszinierendes Erlebnis. Wenn man am Paseo del Carmen entlangflaniert, plĂśtzlich dieser leuchtende Keramik-Monolith aus dem Sand auftaucht â bunt, skurril, irgendwie fremd und doch ganz vom Ort. Man läuft darum herum, berĂźhrt die glasierten Fliesen, schaut aufs Meer und versteht plĂśtzlich: Das ist kein SchlĂźssel. Das ist ein Mann, der auf das Meer hinausschaut und wartet, dass die Fischer zurĂźckkommen.
Und wer genau hinsieht, erkennt die zweite Hälfte des Werks ein paar StraĂen weiter: das Boot, gestrandet zwischen Häusern und Springbrunnen, als wäre es gerade erst angelandet.
Praktische Infos
⢠Standort: Playa del Carrer la Mar, El Campello (Alicante)
⢠Erreichbarkeit: TRAM-Station El Campello (Linie 1 von Alicante), dann 5 Min. FuĂweg
⢠Kosten: Frei zugänglich, 24/7
⢠Kombitipp: Der archäologische Park Illeta und die Torre VigĂa sind nur wenige Gehminuten entfernt
Ein Denkmal, das aussieht wie ein SchlĂźssel, aber die TĂźr zu einer ganzen Geschichte aufschlieĂt: der jahrhundertelangen Verbindung zwischen El Campello und dem Meer. Und bald â mit 350.000 Euro und einem reparierten Laserstrahl â wird es diese Geschichte vielleicht wieder so erzählen, wie Arcadi Blasco sie sich 1990 erträumt hat: mit einem roten Licht, das nachts Ăźber die Wellen tanzt und Boot und Leuchtturm fĂźr immer verbindet.
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